kulturcampus frankfurt

der diskrete charme der utopie

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Der Kulturcampus...

kulturcampus... wurde im Juni 2011 im Rahmen des Aktionstags von Wem gehört die Stadt? feierlich eröffnet. Seitdem haben Leuchttürme und andere Insignien unternehmerischer Stadtentwicklung dort keinen Platz mehr. An deren Stelle wuchern nun die verschiedensten und vielfältigsten Praktiken, die nicht mehr im Namen der internationalen Städtekonkurrenz vermarktbar sind. Dazwischen ist noch viel Raum...

 

CAMPUS FÜR ALLE!

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Bockenheim ist im Umbruch. Die Universität zieht weg, ein neues Quartier entsteht und wird den Stadtteil grundlegend verändern. Nur wenigen Bestandsgebäuden wird bisher eine Chance auf Erhalt eingeräumt. Investoren werden umworben, während die Projekte, die alternative + emanzipative Wohn- und Lebensformen verwirklichen wollen, einen schweren Stand haben. Der erste Neubau des „Kulturcampus“ hinter dem Bockenheimer Depot setzt Maßstäbe: Es wird vor allem teuer und sozialer Wohnungsbau wird reduziert.

Auf dem zentralen Campus zielt die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding als Eigentümerin in die gleiche Richtung: Das erste verkaufte Grundstück (“Labsaal”) soll nun doch nicht der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zur Verfügunggestellt werden, sondern wird einem privaten Investor ausgerechnet für den Bau von Büros angeboten - in einer Stadt, die bereits über zwei Millionen Quadratmeter leerstehende Bürofläche hat. Das Gelände wo bis vor kurzem noch der afe-turm kritisches Denken beherbergte wird gerade Investoren für den Bau von Bürohochhäusern schmackhaft gemacht.

Frankfurt braucht nicht mehr Büros, sondern Wohnraum und Freiräume für kritisches Denken und Handeln. Frankfurt braucht Wohnraum, der bezahlbar ist und unterschiedliche Wohnformen ermöglicht. Über zwanzig Gemeinschaftsprojekte haben sich bei der ABG Holding für Wohnen auf dem „Kulturcampus“ beworben. Aber dem Förderverein Roma wird schon jetzt signalisiert, dass es kein Interesse an einer Realisierung seines Wohnprojekts, welches dem zunehmenden gesellschaftlichen Rassismus entgegentreten würde, gibt. Auch dringend benötigter studentischer Wohnraum ist bisher nicht vorgesehen und die Zukunft der bestehenden Wohnheime ist nicht gesichert.
Der Campus Bockenheim steht seit Jahrzehnten für eine Kultur der Selbstverwaltung. Das Studierendenhaus mit dem Café KOZ muss in diesem Sinne erhalten werden.
Auch die Projektgruppe Philosophicum will ein Bestandsgebäude erhalten. Zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat soll ein Projekt entstehen, das Wohnraum dem Markt entzieht und in dem 150 Menschen solidarisch, selbstverwaltet und bezahlbar wohnen können. Von hier aus werden vielfältige offene Angebote in den Stadtteil wirken. Doch die ABG fordert einen rein rendite-orientierten Kaufpreis, der jede soziale Nutzung verhindert. Hier wird ein Präzedenzfall für alle weiteren Wohnprojekte auf dem Kulturcampus geschaffen.
Gegen unternehmerische Stadtpolitik! Wir wollen kein zweites Europaviertel!
 

impressionen: der kulturcampus als öffentlicher ort

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Goldener Natodraht Award

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Gruppenfoto Preisverleihung

Wir freuen uns, dass ein Teil des Natodrahts, der seit Juli 2012 um das Philosophicum auf dem Campus gelegen hatte, endlich eine sinnvolle Verwendung gefunden hat: Am 28. September verlieh die Akademie für bewegende Bilder, Kunst und Orte mit Strahlkraft die Goldenen Natodraht Awards. Der besondere Dank geht an den Sponsor, die ABG Holding - in der Hoffnung, dass für die vielen hundert Meter Natodraht, die im Auftrag der Holding weiterhin auf dem Campus verbleiben, eine ähnlich erleuchtende Verwendung gefunden wird.

mehr infos zur Preisverleihung gibts hier.

 

Ist heute schon morgen?

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Auf einmal hatte die Stadt aufgehört in Bewegung zu sein. Da war sie eine Immobilie geworden. Doch dazwischen gab es noch die Brachen im Schatten der Häuser und in den Hinterhöfen aus denen sich die Eindeutigkeit zurückgezogen hatte und die darauf warteten dass hier etwas wuchere. Auf den Bäumen in den Ritzen und unter den Bodenplatten in der trägen Nachmittagssonne. Orte und Stunden außerhalb von Raum und Zeit. Ein Loch im Netz der Stadt. Und es war für einen kurzen Augenblick als könnten sie allein mit ihren Blicken die Stadt und das Leben ändern.

Die Stadt spielt nur dort wo sie wirklich Stadt ist und sie ist nur Stadt wo sie wirklich spielt. Glück ist eine neue Idee in der Stadt. Immer wieder.

 

dies irae dies illa solvet saeclum in favilla

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